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Aachener-Nachrichten vom 5. Nov. 1981

 


"Bullen Plaketten":

Gegen Fußballfans wurden elf verfahren eingeleitet

Aachen. Die Geschmacklosigkeiten einiger Alemannia-Fans beschäftigte zur Zeit die Aachener Staatsanwaltschaft. Es geht dabei um Stoffabzeichen mit drastischen Parolen und Schmähungen gegen die Polizei. Dr. Herbert Klein, Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft, erklärte auf Anfrage, daß elf Verfahren eingeleitet wurden, die alle auf das Spiel gegen SV Waldhof Mannheim am 26. September zurückgehen (die Alemannia gewann damals mit 2:1).

Drei rechtliche Aspekte

Die Ermittlung richten sich gegen junge Leute im Alter von 15 bis 26 Jahren aus Stadt und Kreis Aachen. Bei allen geht es um zwei Embleme, die den Anstoß erregten: "Haß/Tod den Bullen" und "Bullen-Blut schmeckt gut". Diese Aufnäher wurden von den Strafverfolgungsbehörden auf drei verschiedene rechtliche Aspekte abgeklopft. Einmal der Tatbestand der Beleidigung, der jedoch nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht erfüllt ist, weil sich die Aufschriften nicht gegen eine abgrenzbare Zahl von Personen richten, wie dies der einschlägige Paragraph fordert.

Vorher will sich die Staatsanwaltschaft aber noch erkundigen, wie die Kollegen und Gerichte in anderen Städten über diese Frage denken: "Wir wollen keinen Alleingang machen". Auf vielen Sportplätzen seien Plaketten übler Machart aufgetaucht: "Das ist eine böse Entwicklung, die sich da abzeichnet", so Dr. Klein.

In Aachen hatte das Tragen von Schmäh Plaketten etwa in der Mitte der vergangenen Fußballsaison eingesetzt. So wurden zum Beispiel Fans aus Essen mit Plaketten wie "Ha - Ho - He - Wir hassen RWE" empfangen. Den Trägern von "Bullen" Aufnähern ist - in der Regel gar nicht bewußt, daß sie sich auf gefährliches Terrain begeben.

Um Jugendliche

Allerdings würde den elf Beschuldigten in Aachen nicht der Kopf abgerissen, meinte Dr. Klein. Bei neun handele es sich um Jugendliche im Alter von 15, 16 und 17 Jahren, die ohnehin unter das Jugendstrafrecht fielen. Der Oberstaatsanwalt: "Ob es strafbar ist, kann ich im Moment noch nicht abschließend sagen."


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