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Spiele der Alemannia

Die wichtigsten und Interessantesten  Spiele der Alemannia


1.5.1953 Pokalendspiel Alemannia - Rot-Weiß Essen in Düsseldorf.

Pokalfieber

Vor allem der "Kartoffelkäfer-Elf" von 1953 fehlte nur das nötige Quentchen Glück, um auf dem "Pott" als Sieger verewigt zu werden. Liest man in diesen Tagen die Namen der Spieler, die am 1. Mai 1953 im Düsseldorfer Stadion aufliefen, so kommt Nostalgie auf. Willi Heinrichs hütete das Tor, vor ihm die drahtigen Verteidiger Herbert Metzen und "Hänschen" Coenen. In der Läuferreihe standen Michael Pfeiffer, Fred Jansen und Gerd Richter. Der schnelle Robert Hartmann stürmte auf Rechtsaußen, links der torgefährliche Jupp Schmidt. Den Innensturm bildeten Rainer Gawell, Günther Schmidt und Jupp Derwall. Einer aus der Stammbesetzung mußte wegen Verletzung zuschauen und wurde um den Höhepunkt seiner Karriere gebracht Bert Schütt. Auch auf Essener Seite standen große Namen, die als Nationalspieler immer noch bestens bekannt sind: Berni Termath, "Penny" Isslacker und Helmut Rahn im Sturm; zwischen den Pfosten stand kein geringerer als Fritz Herkenrath. Schon auf dem Weg in diese Finale mußten harte Brocken aus dem Weg geräumt werden. Dreimal wurden die Klingen mit Düren 99 gekreuzt, ehe der Sieger nach 330 Spielminuten Alemannia hieß. Gegen Altmeister 1. FC Nürnberg gab es auf dem Tivoli ein 3:3-Unentschieden, aber im Rückspiel bei den Franken gelang sensationell ein 2:0 Sieg. Auch Wormatia Worms wurde in einem Auswärtspiel geschlagen.

Bild 1

Zur Vorbereitung auf das große Finale- das erste nach dem Krieg - zog Hermann Lindemann seine Mannen im Wassenberger Hotel "Alt Hotel" zusammen. Die intensive Vorbereitung dort und die Tatsache, daß Rot Weiß Essen noch drei Wochen zuvor in der Meisterschaftsbegegnung klar mit 4:1 "geputzt" wurde, ließen berechtigte Hoffnungen auf ein erfolgreiches Abschneiden zu. Im Auto-Konvoi, in geliehenen Cabrios eines Aachener Autohauses machte sich die Alemannia-Expedition auf den Weg nach Düsseldorf. Ein wenig abergläubisch trug die Elf in diesem entscheidenden Match erstmals Rückennummern auf dem Trikot, in der Hoffnung, Fortuna begünstige lieber die dadurch klar zu unterscheidenden Alemannen statt die nummernlosen Gegner.

Aachen "4" war der einzige in einer ansonsten überaus nervös und teilweise desolat beginnenden Mannschaft, der von Beginn an ein überragendes Spiel machte. Im Nu wurde er zum Publikumsliebling, und die Düsseldorfer Zuschauer erkundigten sich bei den Kennern nach dem Namen dieses Ballzauberers. Michel Pfeiffer hatte einen ganz großen Fußballtage, stellte selbst "Boß" Rahn in den Schatten. Aber auch der Michael konnte die Essener Führung nicht verhindern. Isslacker nutzte einen krassen Fehler von Torwart Heinrichs in der 20. Minute zum 1:0. Als dann nach der Pause Helmut Rahn eine seiner gefürchteten "Granaten" unhaltbar in den Winkel setzte, schien die Partie schon entschieden. Jetzt erst wachten die Alemannen auf, schnürten den Gegner in der eigenen Hälfte ein und zogen ein regelrechtes Powerplay auf. In der 60. Minute kommt Derwall an das Leder, zieht knallhart ab und der Ball landet unerreichbar für Herkenrath im Netz. Nur noch 1:2. Der Ausgleich lag in der Luft. Pausenlos rollten die Angriffe Richtung Essener Tor, doch der Teufelskerl Herkenrath war an diesem tage kein zweites Mal zu bezwingen. Mit hängenden Köpfen verließen elf geschlagene Schwarz-Gelbe den rasen. Erst auf der Rückfahrt, als der Alemannen-Troß noch bei Hesselmann in Jülich einkehrte, wich die Enttäuschung der wohltuende Gewißheit, an jenem 1. Mai 1953 ein kleines Kapitel Fußball-Geschichte geschrieben zu haben. Tage darauf bedankte sich die Zeitung für die großartige Werbung, die Alemannia für die Stadt Aachen gemacht hatte: "Nichts gegen Karl den Großen, aber das ist schon lange her, und Fußball interessiert heute eine ganze Menge Menschen. Vielleicht kommt einer auch mal über den Umweg des Tivoli zum Aachener Dom...".

Zuschauer: 31000 davon aus Aachen ca. 4000.

Bild 1. : Hermann Lindemann und seine Mannen der Saison 1953/54: Poch, Coenen, J. Schmidt, Roßbach, Metzen, Breuser, Jansen, Lindemann (ober Reihe, von links). Pfeiffer, Knauf, Schiffer, Schellberg, Schütt, Gropp.

Quelle: Karlheinz Böker Ole Alemannia Alano Verlag


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