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Joaquin Montanes

Von Egon Burger

Quelle: Tivoli Echo 1979/80 Nr. 15


Der Mann, der aus der Stadt der Könige kam.

Schwarze Haare, eine südländische Bräune, viel Temperament, das ist er, der Spanier in den Reihen der Alemannia. Vor 13 Jahren kam Joaquin Montanes mit seinen Eltern in die Bundesrepublik. Fast schon selbstverständlich, daß Joaquin sich erst um eine qualifizierte berufliche Ausbildung kümmerte. Heute hat er das Ausbildungsdiplom eines E-Schweißers in der Tasche.

Von Anfang an aber hatten auch sportliche Aktivitäten eine große Bedeutung im Leben des schnellen Spaniers. In der Saison 1967/68 spielte er mit großem Erfolg Rechtsaußen beim gegenwärtigen Landesliga-Spitzenreiter Eschweiler SG. Schon in dieser Zeit fiel der dynamische und kampfstarke Junge aus Spanien den Experten auf. Die Folge: er wurde in die Mittelrheinauswahl berufen. Auch als er wenig später zum SV Stolberg wechselte, blieb er A-Jugend-Auswahlspieler des Verbandes. In dieser Zeit fällt auch die bisher größte sportliche Erfolg in der Bundesrepublik: Er wurde mit der westdeutschen A-Jugend Deutscher Meister.

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Joaquin Montanes ist der Beweis dafür, daß Talentsucher auch schon mal ins schwarze treffen. Der frühere "Außenläufer" der Alemannia Gerd Richter, entdeckte ihn, und brachte ihn zum Tivoli. Seinen Start als Lizensspieler hatte er unter Trainer Barthel Thomas, dann folgten Pfeiffer, Prokop, Witzler, Haag und Ahmann.

Seine Stärken im Kopfballspiel, seine Kampfkraft und Schnelligkeit und auch sein technisches Können führten fast zwangsläufig dazu, ihn mit Sonderaufgaben zu betrauen. So hat er fast in jedem Punktspiel den Auftrag, den gegnerischen Spielmacher zu beschatten, dafür zu sorgen, daß er nicht zur Schaltstation im Spiel des Gegners wird.

Einen sechsten Platz in der ehemaligen Regionalliga West sowie ein siebter Rang in der zweiten Liga Nord - das sind die sportlichen Erfolge mit der Alemannia. Besonders gerne erinnert sich Montanes an das Freundschaftsspiel gegen den FC Barcelona 1:1) auf dem Tivoli. "Gegen Cruyff habe ich doch ganz gut ausgesehen", meinte er ein wenig stolz.

Noch heute ärgert er sich über den Platzverweis beim 4:2 Sieg gegen Herford: "Gerade hatte ich ein Tor gemacht, da ließ ich mich zu einem Revanche Foul hinreißen. Da war für mich kurz vor der Pause das Spiel zu Ende".

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Seine unverbrüchliche Liebe zur Heimat bricht durch, wenn er sich wünscht,"einmal in der ersten spanischen Liga zu spielen". Das hält ihn jedoch nicht davon ab, ebenso ehrlich zu sagen: "Ich möchte natürlich auch sehr gerne mit Alemannia in die Bundesliga aufsteigen." Ein königlicher Wunsch fürwahr - aber schließlich ist der "Jo", wie ihn seine Mannschaftskameraden rufen, in Talevera de la Reina (Stadt der Königin) geboren - da sind königliche Wünsche fast schon Pflicht. Tennisspielen und Musik hören (Favorit die Gruppe Bee Gees) - das sind die Dinge, die er besonders gerne tut, wenn er gerade mal nicht Fußball spielt.

Anmerkung von mir: Dieses Text wurde 1980 geschrieben. Falls einer ein aktuelleres Porträt von Jo Montanes hat, wäre ich für dieses sehr dankbar.

Bild 1: Alte Freunde aus gemeinsamen Tivoli Zeiten. Wayne Thomas (links) und Jo Montanes umarmen sich nach dem Punktspiel Alemannia-Hannover 96 am 16. April 1987.

Bild 2: Nach großen Siegen wurden in den vergangenen Jahren Ehrenrunden am Tivoli gelaufen. Jo Montanes (mit Peter Ritter, links) in Triumphpose.

Anmerkung von mir: Das mit den Ehrenrunden sollte man wieder einführen.


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