Dopingliste
gültig ab 1.3.1999

Internet - Dieses Symbol führt zu weiteren Internetseiten
Aktuelle Informationen zum Thema Doping
vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft

LISTE DER VERBOTENEN PHARMAKOLOGISCH-MEDIZINISCHEN MASSNAHMEN ZUR LEISTUNGSBEEINFLUSSUNG (DOPING-LISTE)

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) definiert Doping als die beabsichtigte oder unbeabsichtigte Verwendung von Substanzen aus verbotenen Wirkstoffgruppen und die Anwendung verbotener Methoden entsprechend der aktuellen Dopingliste.
Massgebend für die nachstehenden Listen sind die Richtlinien der medizinischen Kommission des IOC vom 31. Januar 1999.

I. Verbotene Substanzklassen
A. Stimulantien
B. Narkotika
C. Anabolika
D. Diuretika
E. Peptidhormone und analog wirkende Substanzen (Mimetics)

Jede Substanz, die einer der verbotenen Substanzklassen angehört, ist verboten, auch wenn sie nicht namentlich aufgeführt ist. Dies war auch der Grund zur Einführung des Ausdrucks "und verwandte Substanzen". Innerhalb der fraglichen Substanzklasse bezieht sich dieser Ausdruck auf die Verwandtschaft bezüglich der pharmakologischen Wirkung und/oder der chemischen Struktur.

II. Verbotene Methoden
A. Blutdoping
B. Pharmakologische, chemische und physikalische Manipulation

III. Substanzklassen mit gewissen Einschränkungen
A. Alkohol
B. Cannabinoide
C. Lokalanästhetika
D. Kortikosteroide
E. Betablocker

I. Verbotene Substanzklassen
I.A. Stimulantien
 

Amfepramon
Fenfluramin
Parahydroxyamfetamin
Amfetamin
Fenoterol
Pemolin
Amineptin
Formoterol
Pentetrazol
Amiphenazol
Heptaminol
Phendimetrazin
Bambuterol
Koffein* / caféine*
Phentermin
Bromantan
Kokain
Phenylephrin
Cafedrin
Mazindol
Phenylpropanolamin**
Carphedon
Mefenorex
Pholedrin
Cathin**
Mephentermin
Pipradrol
Clenbuterol
Mesocarb
Prolintan
Cropropamid
Metamfetamin
Propylhexedrin
Crotetamid
Methoxyphenamin
Pseudoephedrin**
Ephedrin**
Methylendioxyamfetamin
Reproterol
Etamivan
Methylephedrin**
Salbutamol***
Etilamfetamin
Methylphenidat
Salmeterol***
Etilefrin
Nikethamid
Selegilin
Fencamfamin
Norphenfluramin
Strychnin
Fenetyllin
Orciprenalin
Terbutalin***
und verwandte Substanzen!

* Bei Koffein wird eine Probe als positiv erachtet, wenn im Urin mehr als 12 mg/ml enthalten sind.

** Bezüglich Ephedrin, Cathin und Methylephedrin gilt eine Urinkonzentration von über 5 mg/ml als positiv. Für Phenylpropanolamin und Pseudoephedrin gelten Urinkonzentrationen höher als 10 mg/ml als positiv. Sind mehrere dieser Substanzen vorhanden, so werden die Einzelwerte addiert. Eine Summe von mehr als 10 mg/ml gilt als positiv.

*** siehe Regelung bei I.C.2. Beta-2-Agonisten

Bemerkungen:
Vasokonstriktoren, insbesonders alle Imidazolinderivate (Naphazolin, Oxymetazolin usw.) und Phenylephrin, sind bei lokaler Anwendung (z.B. Augen- und Nasentropfen) erlaubt. Auch Adrenalin und seine Abkömmlinge sind als Zusatz für Lokalanästhetika zulässig.

I.B. Narkoanalgetika

Buprenorphin
Hydromorphon
Pentazocin
Dextromoramid
Methadon
Pethidin
Diamorphin (Heroin)
Morphin*
Tilidin
Hydrocodon
Nalbuphin
 
und verwandte Substanzen!

* Für Morphin gilt eine Urinkonzentration ab 1 mg/ml als positiv.

Bermerkungen:
Folgende vornehmlich als Hustenmittel oder Schmerzmittel eingesetze Substanzen sind erlaubt:
Dextromethorphan, Dextropropoxyphen, Dihydrokodein, Ethylmorphin, Kodein, Pholcodin, Propoxyphen und Tramadol. Ebenfalls erlaubt ist das Antidiarrhoikum Diphenoxylat.

I.C. Anabolika
1. Anabole Steroide

Androstendiol
Formebolon
19-Norandrostendion
Androstendion
Gestrinon
Norethandrolon
Boldenon
Mesterolon
Oxandrolon
Clostebol
Metandienon
Oxymesteron
Danazol
Metenolon
Oxymetholon
Dehydrochlormethyltestosteron
Methandriol
Stanozolol
Dehydroepiandrosteron (DHEA)
Methyltestosteron
Testosteron* / testostérone*
Dihydrotestosteron
Miboleron
Trenbolon
Drostanolon
Nandrolon
 
Fluoxymesteron
19-Norandrostendiol
 
und verwandte Substanzen!

N.B. Um zu einer definitiven Beurteilung zu gelangen, können die individuellen Steroidprofile des Sportlers und/oder Bestimmungen der Isotopenverhältnisse berücksichtigt werden.

* Für Testosteron gilt: Ein im Urin vorliegendes Verhältnis von Testosteron (T) zu Epitestosteron (E) von mehr als 6 bedeutet einen Dopingverstoss, sofern nicht nachgewiesen ist, dass dieses erhöhte Verhältnis aufgrund einer physiologischen oder pathologischen Besonderheit des Sportlers (z.B. verminderte Epitestosteron-Ausscheidung, Androgenproduktion infolge eines Tumors oder enzymatischer Mängel) zustande kam. Im Falle eines T/E-Quotienten von mehr als 6 müssen in jedem Fall unter der Aufsicht der zuständigen medizinischen Instanz weitere medizinische Abklärungen erfolgen, bevor ein Entscheid gefällt wird. Dazu wird ein Gesamtbericht erstellt. Dieser berücksichtigt sowohl frühere als auch spätere Testergebnisse und die Resultate der endokrinologischen Untersuchung. Sind keine früheren Testergebnisse verfügbar, muss der Sportler mindestens einmal pro Monat während 3 Monaten unangemeldet überprüft werden. Die Resultate dieser Tests sind im Gesamtbericht aufzuführen. Entzieht sich der Sportler einer Zusammenarbeit, so wird die Urinprobe als positiv erklärt.

2. Beta-2-Agonisten

Bambuterol
Formoterol
Salbutamol*
Clenbuterol
Orciprenalin
Salmeterol*
Fenoterol
Reproterol
Terbutalin*
und verwandte Substanzen!

* Einzig Salbutamol, Salmeterol und Terbutalin sind bei Asthma und Anstrengungsasthma zur Inhalation zugelassen. Bei Wettkämpfen muss der Sportler dafür besorgt sein, dass der Gebrauch dieser Medikamente mittels ärztlichem Attest durch einen Pneumologen der zuständigen medi-zinischen Instanz vorgängig gemeldet wird.

N.B. Da Beta-2-Agonisten auch stimulierende Eigenschaften besitzen, werden sie vom IOC auch unter den Stimulantien aufgeführt.

I.D. Diuretika

Acetazolamid
Canrenon
Hydrochlorthiazid
Spironolacton
Amilorid
Chlortalidon
Indapamid
Torasemid
Bendroflumethiazid
Etacrynsäure
Mannitol*
Triamteren
Bumetanid
Furosemid
Mersalyl
 
und verwandte Substanzen!

* Verbot gilt nur bei intravenöser Anwendung

I.E. Peptidhormone und analog wirkende Substanzen (Mimetics)

1. Choriongonadotropin (HCG)
5. Insulinähnliches Wachs-
2. Hypophysäres und synthetisches Gonadotropin
tumshormon (IGF-1)
3. Corticotropin (ACTH, Tetracosactid)
6. Erythropoietin (EPO)
4. Somatotropin (HGH)
7. Insulin*
und verwandte Substanzen!
N.B. Alle Releasingfaktoren für die obenganannten Peptidhormone sowie deren Analoge sind ebenfalls verboten.

* Insulin ist zur Behandlung eines insulinpflichtigen Diabetes erlaubt. Eine derartige Behandlung muss durch einen Endokrinologen der zuständigen medizinischen Instanz gemeldet werden.

N.B. Das abnorme Vorliegen eines endogenen Hormons oder der entsprechenden Marker im Urin eines Sportlers bedeutet einen Dopingverstoss, sofern nicht schlüssig gezeigt werden kann, dass eine physiologische oder pathologische Besonderheit vorliegt.

II. Verbotene Methoden
II.A. Blutdoping
Blutdoping bedeutet die Gabe von Blut, Erythrozyten, künstlichen Sauerstoffträgern oder von analogen Blutprodukten.

II.B. Pharmakologische, chemische und physikalische Manipulation

  • Austausch und/oder Veränderung der Dopingkontroll-Proben Verdünnen mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten
  • Katheterisierung
  • Beeinflussung der renalen Stoffausscheidung mit Substanzen wie z.B. Probenecid
  • Beeinflussung der Messergebnisse für Testosteron und Epitestosteron z.B. durch Bromantan
  • Beeinflussung des Verhältnisses Testosteron/Epitestosteron durch Zufuhr von Epitestosteron*
  • weitere Methoden, welche Dopingkontroll-Proben verändern oder bei welchen eine Veränderung der Probe erwartet werden kann

  • * Eine allfällig höhere Konzentration an Epitestosteron als 200 ng/ml im Urin zieht die gleichen medizinischen Abklärungen nach sich wie sie für Testosteron vorgesehen sind (vgl. Kapitel I.C.1)

    N.B. Der Erfolg oder Misserfolg bei der Verwendung einer verbotenen Substanz oder einer verbote-nen Methode ist unerheblich. Es genügt die blosse Verwendung/Anwendung oder der Versuch einer Verwendung/Anwendung, um einen Dopingverstoss zu begehen.

    III. Substanzen mit gewissen Einschränkungen
    III.A. Alkohol
    Einzelne Sportverbände verbieten Alkoholgenuss und führen Alkoholtests durch.

    III.B. Cannabinoide
    Verbände prüfen auch auf Cannabinoide (Carboxy-THC im Urin). An Olympischen Spielen wird auf Cannabinoide geprüft. Eine Urinkonzentration von mehr als 15 ng/ml Carboxy-THC ist verboten.

    III.C. Lokalanästhetika
    Die gängigen Lokalanästhetika (z.B. Bupivacain, Lidocain, Mepivacain, Procain etc.) sind bei begründeter medizinischer Indikation zur lokalen und intraartikulären Injektion zugelassen, nicht aber Kokain. Bei Wettkämpfen muss der Sportler dafür besorgt sein, dass der Einsatz dieser Lokalanästhetika mittels detailliertem ärztlichem Attest der zuständigen medizinischen Instanz vorgängig gemeldet wird. Die äusserliche Verwendung der üblichen Lokalanästhetika (ausser Kokain) ist erlaubt.

    III.D. Kortikosteroide
    Die systemische Verwendung von Kortikosteroiden ist verboten. Kortikosteroide sind erlaubt zur:

  • lokalen Therapie auf der Haut, im Ohr oder am Auge und am Anus, nicht jedoch im Rektum.
  • zur Inhalation für Nase und Atemwege
  • zur lokalen oder intraartikulären Injektion*
  • * Bei Wettkämpfen hat der betroffene Sportler dafür zu sorgen, dass jede Verwendung von Kortiko-steroiden zur lokalen Injektion oder zur Inhalation durch eine detaillierte ärztliche Bescheinigung der zuständigen medizinischen Instanz frühzeitig gemeldet wird.

    III.E. Betablocker
    In einigen Sportarten, bei denen Konzentration und innere Ruhe eine Rolle spielen, sind Betablocker verboten:
    z.B. Schiessen, Moderner Fünfkampf, Golf, Bob, Curling, Fechten, Flugsport, Motorsport, Pferdesport, Wasserspringen, Skispringen, Ski alpin.

    Beispiele solcher Betablocker sind wie folgt:

    Acebutolol
    Betaxolol
    Labetalol
    Nebivolol
    Sotalol
    Alprenolol
    Bisoprolol
    Metoprolol
    Oxprenolol
     
    Atenolol
    Bunolol
    Nadolol
    Propranolol
     
    N.B. Zu diesen pharmakologisch verwandten Substanzen gehören etwa auch die sedierenden Antihistaminika und fast alle Psychopharmaka!

    IV. Trainingskontrollen
    Es wird auf folgende Substanzen / Methoden geprüft:
    I.C. Anabolika
    I.D. Diuretika
    I.E. Peptidhormone und analog wirkende Substanzen (Mimetics) II.B. Pharmakologische, chemische und physikalische Manipulatio

    zurück