Physikalische und biologische Bedingungen bei der Länge des Beschleunigungsweges 
Wollen wir unserem Körper durch eine Sprungbewegung eine möglichst große Abfluggeschwindigkeit vermitteln, müssen wir vor dem Sprung den Körper in entgegengesetzter Richtung absenken, damit wir während der eigentlichen Sprungbewegung genügend "Zeit" haben, um unsere Muskelkraft auf den Körper wirken zu lassen. Wir stellen außerdem fest, daß wir die Ausholbewegung nicht zu tief ausführen dürfen, wenn wir eine maximale Sprunghöhe erreichen wollen. Bei der Gestaltung der räumlichen Länge der Ausholbewegung konkurrieren zwei Bedingungen, eine physikalische und eine biologische:
Die physikalische Bedingung verlangt, die Ausholbewegung möglichst groß zu gestalten, damit wir beim Sprung längs eines möglichst großen (maximalen) Beschleunigungsweges unsere Muskelkraft, die wir nicht beliebig zu steigern vermögen, auf den Körper wirken lassen können.

Physikalisch heißt das: Je größer die Zeit (t) ist, während der die Kraft F auf einen Körper wirkt, desto größer wird der Kraftstoß (F * t), der dem Körper bis zum Ende des Kraftstoßes einen möglichst großen Impuls (m * v) übermitteln kann.

Schwerkraftmomente bzgl. Hüft- und Kniegelenk in verschiedenen Beinbeugestellungen; 

G: Gewicht
KSP(X): Körperschwerpunkt
r: Kraftarm des Gewichts
 

Die biologische Bedingung verlangt ihrerseits, die Knie- und Hüftgelenke in der Ausholbewegung nicht zu stark zu beugen, damit die Schwerkraftmomente bezüglich Hüft- und Kniegelenk (G * r), die unsere Muskelkraft überwinden muß, nicht zu groß werden und uns überfordern .
Außerdem ist die Muskulatur nur in einem bestimmten Dehnungsbereich optimal leistungsfähig.
Prinzip vom vorgedehnten Muskel

Beide Bedingungen muss der Springer in ein möglichst günstiges (optimales) Verhältnis bringen, damit der Beschleunigungsweg eine optimale Länge erhält."
(Aus: Wiemann, Analyse sportlicher Bewegungen)



Nun ist es aber möglich, dass der Versuch keineswegs die eindeutigen Ergbnisse erbringt, wie es die theoretische Begründung erwarten lässt.
Welche Erklärungen könnten dann gefunden werden ?
(Versuchsanordnung; Genauigkeit der Versuchsdurchführung; Motivation; Ermüdung, Messung ...)


Biomechanische Prinzipien