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Die sechziger
Jahre
Von Donald Schieffers
Quelle: 75 Jahre Alemannia Aachen |
Die Zeit mit Kronsbein
Mit dem Jahreswechsel 1959/60 verließ auch der Trainer
den Club. Präsident Dr. Heusch verpflichtete als Nachfolger Helmut Kronsbein, der, wie
sich später herausstellte, mit der Alemannia seine ersten Erfolge feiern konnte.
Kronsbein war ein unbeschriebenes Blatt als er bei Alemannia als Trainer anfing. Seine
erste Amtshandlung war der Auftritt in der Weihnachtsfeier. Die Bescherung der
Vertragsspieler bestand in erster Linie aus mehr oder weniger harten Worten des neuen
Trainers, der sich jeden einzeln "zur Brust nahm". Auch für 1960 hatte sich der
Club neben den Punktspielen ein großes Programm an Freundschaftsspielen mit international
bekannten Gegnern vorgenommen. Levski Sofia, Manchester City, Belgrader Sportclub, Gremio
Porto Alegrense und Sporting Lissabon standen auf der Wunschliste. Vorrangig aber waren
die Spiele in der Oberliga West - und man sah bereits in der dritten Begegnung der
Rückrunde ein "Return". "Da kann man ja nur staunen", meinte Helmut
Kronsbein am 27.12.1959, als die Alemannia auf eigenem Boden gegen Mönchengladbach nur
ein 3:3 erreichte. Nicht das Ergebnis war das Unwahrscheinliche, sondern der Mann im
Gladbach Dreß, der für alle drei Tore sorgte: "Spitz" Kohn. Ihm war es
gelungen, in der Rückrunde ebenso erfolgreich zu sein wie im Hinspiel - mit einem
Unterschied: das verloren die Aachener sogar mit 3:0. Erfolgreich, die Bilanz des Herrn
Kohn, der in zwei Spielen sechs Tore gegen die Alemannia schoß. Dies ist vor und nach ihm
keinem anderem Spieler mehr gelungen. Die nächsten Spiele waren aber dann von einem
klaren Aufwärtstrend für die Alemannia begleitet. Kronsbein schaffte mit der Maßnahme,
Jupp Martinelli in der Abwehr zu stellen, eine Geschlossene Hintermannschaft, die die
Gegner selbst auf eigenem Platz nicht besiegen konnten. Sogar Schalke 04, der Favorit der
Runde versagte: Alemannia schaffte ein 0:0 Unentschieden. Es ging weiter mit Erfolg: 1:0
Sieg in Münster; 3:0 über SW Essen; 3:2 über Viktoria Köln (die mit Löhring, Habig
und Schwier spielte); 2:0 über den Meidericher SV und last not least ein klares 3:0 über
den Westmeister 1.FC Köln. So plötzlich diese erstaunliche Serie unter Der Regie
Kronsbeins begann, abrupt brach sie ab. In Oberhausen gab es ein 0:3 Niederlage, gegen
Düsseldorf verlor man sogar auf eigenem Platz mit 0:1.
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Ein mit viel Erfolg begleitetes internationales Junioren
Turnier zu Pfingsten 1960 war die Feierlichkeit nicht nur zum Andenken an den
"Eisernen" Reinhold Münzenberg, sondern auch zum 60jährigen Jubiläum. Das
Pech in der Oberliga ging allerdings weiter, unterbrochen nur von "noch mehr"
Pech: Auf einer Spanienreise ging man gegen die spanische Nationalmannschaft sang und
klanglos unter. 1:7 stand es nach 90 Minuten, trotzdem sprach der Verein von einer
"erfolgreichen" Tournee. In der Oberliga war man am Ende vom siebten auf den
neunten Platz abgerutscht. Erstmals hatte die Alemannia in der Addition aller 378 Spiele
ein negatives Torverhältnis. Den geschossenen 673 Toren standen 693 erhaltene gegenüber.
Die Bilanz von 13 Jahren: 154 Siege, 81 Unentschieden, 143 Niederlagen. Das Punktekonto
war also noch positiv.
Bild 1:Ein stattliches Aufgebot hatte
Oswald Pfau zur Verfügung, als er zu Beginn der sechziger Jahre die Mannschaft betreute.
Vorne von links: Nievelstein, Martinelli, Beara, Schors, Krisp, Breuer; hinten von links:
Pfau, Grajewski, Bergstein, Laumann, Glenski, Kriescher, Schwier, Gnielka, Lipka, Zebec,
Peters, Obmann Bender.
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