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Die dreißiger und
vierziger Jahre
Von Donald Schieffers
Quelle: 75 Jahre Alemannia Aachen |
Wimmar Hennes und seine Elf
Drei Spieler aus diesen ersten Jahren der Alemannia haben
sich einen Namen gemacht, der die Aachener Grenzen weit überschreitet.
Da war am 22. November 1908 das Freundschaftspiel gegen
Preußen Duisburg. Die Duisburger, die nur mit neun Spielern angereist waren, waren
verzweifelt: Sie hatten keinen Torwart. Alemannia war um Spieler nicht verlegen.
Kurzerhand stülpte ein Alemannia-Torwart aus der Jugend die Handschuhe über und siehe
da, er ließ die eigenen Stürmer verzweifeln. Wimmer Hennes stellte sein Talent in diesem
Spiel unter Beweis. Er verfügte über den "Torwartinstinkt". Zwar kassierte er
neun Tore, aber er wußte zu begeistern.
Wimmar Hennes wurde eine der Hauptstützen der Alemannia.
Seinen schönsten Triumph erlebte er 1913. bei der Einweihung des Berliner Stadions stand
er in der West-Mannschaft, die den Kronprinzenpokal in Berlin gewann. Man sprach indieser
Zeit nur noch von der "Hennes Elf". Er erwarb große Verdienste in der
Verwaltung als Fußballausschußmitglied, stellvertrtender Vorsitzender und später als
Mitglied des Ältestenrates. Kurze Zeit, nachdem sich mit Wimmar Hennes ein
außergewönlicher Spieler aus den Reihen der Aktiven verabschiedet hatte, begann ein
neuer Stern am Alemannia-Himmel zu leuchten. Der wohl erfolgreichste Aachener Fußballer
überhaupt,Reinhold Münzenber (siehe Spielerportrait), absolvierte die ersten Spiele in
der "Ersten". Im Frühjar 1926, kaum war die Mannschaft in einer ernsten Krise
und in Abstiegsgefahr geraten, wurde der damals 17 jährige Münzenberg in den Sturm
beordert.Noch ließ sich nicht absehen, daß mit Reinhold Münzenberg der wertvollste
Alemannia-Spieler um einen Stammplatz im Team kämpfte. Zuerst als rechter Läufer,
später dann als Mittelläufer. Er war der Alemanne, der in einer deutschen Länderauswahl
stand. Am 8.9.1930 spielte er gegen Dänemark. Eine neue Position wurde für Reinhold
Münzenberg gefunden: der Vorstopper. Er tat seine Sache mit Eifer, der ihm den Namen
"der eiseren Reinhold" zutrug. In knapp neun Jahren spielte Reinhold Münzenberg
41 Mal international für Deutschland. Die Mannschaft, mit der er zusammen den Kampf gegen
den Abstieg führte:
Krichel, Salomon, F. Finke, Behr, Münzenberg, Alt, G.
Quadflieg, Redding, H. Quadflig, F. Schmitz, Wiebecke.
Das größte Unheil war mit Bannen der Abstiegsgefahr
zunächst überwunden, doch die Folgezeit brachte Fehler, die sich bitter rächen sollten.
So waren die Führung des Vereins unzulänglich, die Trainingsstunden wurden mangelhaft
durchgeführt, die Arbeit mit dem Nachwuchs vernachlässigt. Das Wichtigste: die eigenn
Leistungen wurden über-, die der Gegner unterschätzt. Niederlage brachten in der Folge
Ernüchterung. Erst 1927/28 machte sich Besserung bemerkbar.
Am 3.6.1928 wurde ein lange gehegter Plan in
Zusammenarbeit mit der Stadt verwirklicht. Das in mühseliger Arbeit hergestellte
Nebengelände des bisherigen Sportplatz, ein jetzt neues, allen Anforderungen
entsprechendes Spielfeld, konnte eingeweit werden. Sie war beeindruckend, die Schar von
325 Sportlern, die einmarschierten und anschließend Kostproben ihrer Leistungen in allen
Sportarten boten.
Ein weiterer Meilenstein der Geschichte begann im Herbst
1929, als der bisherige Vorsitzende Emunds sein Amt aufgab und Dr. Karl Moll nachfolgend
gewählt wurde. Es folgte eine Saison, die erfolgreicher war als jede andere. Der Eintritt
in die Oberliga schaffte eine neue Leistungsstufe, die von der Alemannia unter Dr. Moll im
Sturm genommen wurde. Ein dritter Platz, verbunden mit dem Pech, im entscheidenden Spiel
auf den qualifizierten Mittelstürmer Dohmen gegen dieSpielvereinigung Sülz verzichten zu
müssen, werden in der Erinnerung haften bleiben. Die anschließende Spielzeit 1930/31
bestätigte den Aufwärtstren deutlich. Im Endspiel stande sich im Kölner Stadion
Hauptkampfbahn am 22.2.1931 die Manschaften von Alemannia und Rheydter Spielverin
gegenüber.
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Der Aachener Anhang hatte nicht viel Grund zum Jubeln,
denn bereits nach knapp acht Minuten schien der Traum von der Meisterschaft ausgeträumt.
Emunds, der als Begleiter mit von der Partie war: "Wir lagen 0:2 zurück, und keiner
glaubte mehr an die Wende. "Reinhold Münzenberg und Kameraden ließen sich nicht
Beeindrucken. Nach Halbzeitpfiff stand es 2:2. Nach Ende des Spiels hatte die Alemannia
verdient mit 3:2 die Oberhand behalten und wurde von Dr. Peco Bauwens als Bezirksmeister
ausgezeichnet. Es folgte die Westdeutsche Meisterschaft, in der die Aachener einen guten
Eindruck hinterließen. Ein Ziel war erreicht: Die Alemannia gehörte zu den vier
stärksten Fußball-Teams in Westdeutschlands. Niemand dachte im augenblick dieses
Erfolges an die trüben Stunden, die noch bevorstanden.
Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges wurden wieder die
Reihen der aktiven gelichtet. Fast die gesamte erste Mannschaft, an der Spitze
Vereinsvorsitzender Dr. Moll, mußte den Wehrdienst leisten. Mit einer
zusammengewürfelten Not-Elf schaffte es die Alemannia, den Spielbetrieb bis 1944 aufrecht
zu erhalten. Danach mußte der Spielbetrieb eingestellt werden, als Aachen im September
1944 geräumt werden mußte.
Die erste Versammlung nach dem Krieg fand am 22.9.1945
statt. Ein neuer Vorstand wurde gewählt. Ein neuer Name tauchte auf, der unvergessen
bleiben wird: Georg Bender, Geschäftsführer der Alemannia. Ende August 1946 kam der
geregelte Spielbetrieb wieder in Gang. Es bildete sich eine 16 Vereine starke Liga am
Mittelrhein.
Alemannia schaffte auf Anhieb den zweiten Platz und stieg
in die Oberliga auf, die 13 Vereine des Westdeutschen Fußballverbandes umfaßte. Die
erste Spielzeit in dieser starken Klasse brachte einen neunten Platz.
Es war 1949, als die Idee vom Vertragsspieler, auf dem
Papier schon lange bis ins Detail ausgearbeitet, Wirklichkeit wurde. Auch die Alemannia
reihte sich in die Gruppe der Großen Vereine des Fußballspielers Geltung verschaffte.
Die folgende Saison drohte ein Chaos zu werden, denn zwar trotzte man dem Favoriten
Schalke mit 3:1, ging aber gegen kleinere Vereine "baden". Die Rettung kam in
letzter Minute. Unter Führung von F. Breuer gelang im entscheidenden Spiel gegen den 1.
FC Köln ein 3:2-Sieg und damit die Rettung vor dem Abstieg. Inzwischen hatten sich junge
Leute wie Derwall und Schütt einen Namen gemacht, die im Verlauf späterer Jahre noch
viel von sich reden ließen.
Bild 1: 1930 schon hatten die
Alemannia-Verantwortlichen Werbepartner an Land gezogen. Eine riesige Plakatwand bildete
den Hintergrund und wurde bei Schlagerspielen "genutzt".Foto: Ole Alemania,
Alano Verlag
Bild 2: Als Schlachtenbummler in Paris: Eine
Gruppe Aachener Fußball-Anhänger, die am 17. März 1935 ihren Reinhold Münzenberg mit
3:1 gegen Frankreich gewinnen sahen.
Bild 3: Aachen im Spätherbst 1944: Inmitten der
Trümmer der fast zu vier Fünftenln zerstöten Stadt ehebt sich der Dom, beschädigt
zwar, aber in der Substanz voll erhalten. Der Wiederanfang der Alemannia sollte bald
beginnen.
Anmerkung von mir: Das die Alemannia ein
Traditionsverein ist kann woll niemand abstreiten. Die ersten fünfzig Jahre der
Vereinsgeschichte prägte die Alemannia die Fußballentwicklung in ganz Deutschland. Nach
meiner Meinung sollte man als Alemannia-Fan sich etwas mit der Geschichte der Alemannia
auskennen und hoffe das diese Seiten einen Beitrag dazu leisten.
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