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Nach der Gründung
Von Donald Schieffers
Quelle: 75 Jahre Alemannia Aachen |
Vom Zoo ins Waldstadion
1904 Folgte der nächste Umzug des Vereins. Von den Anlagen im Zoo
veränderten man sich in das Waldstadion, damals noch Waldspielplatz geheißen. Das
Training wurde auf drei Nachmittage wöchentlich ausgedehnt - ein Auftrieb war
unverkennbar. Neue Satzungen ermöglichten die Aufnahme eines regelmäßigen
Spielbetriebes und die erste Meldung zur Teilnahme an der Fußballmeisterschaft der
Spielverbände Rheinland-Westfalen. Die Mannschaft, die damals zum ersten Mal um die
Meisterschaft des II. Bezirks Spielte: Cornely, H. Wollgarten, A. Shaw, Züchner, Jacobs,
Courte, M. Breuer, Roolf, Emunds, Riechert, d. Shaw.
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Im blau-weißen Hemd - ursprünglich hatte man als Trikot
schwarz/weiß gewählt - landete man hinter Gladbach auf der zweiten Stelle. Der Verein
nahm einen ungeahnten Aufschwung. Neben drei Seniorenmannschaften konnten sich 1905
erstmals auch Jugendliche betätigen. Die Mitgliederzahl wuchs schnell auf 40 Jugend -
Teilnehmer an. Die Alemannia fand im Waldstadion erstmalig ein aufmerksames, starkes
Publikum. Seit Dezember 1904 hatte Kurt Pfeiffer die Führung des Vereins übernommen und
kontinuierlich dessen Aufbau gefördert. In der gesellschaftlichen Stellung vollzog sich
ein Wandel.
So beschloß man nach der durchzechter Nacht die Einrichtung einer
Stammkneipe. Das Vereinslokal, nach dem viele enge Mitarbeiter des damaligen Vorsitzenden
Ausschau zu halten hatten, war schnell gefunden. Im Berliner Hof traf man sich von Stund
an, die Probleme zu besprechen und den Fußball zum Gesprächssthema Nummer Eins zu
erheben. Hier wurde auch eine von vielen wichtigen Neuerungen geschaffen, die bis in die
heutige Zeit Bestand hat: Die Gründung der ersten Verein-Zeitung, deren Zeichnungen aus
der Hand von Mittelfeldspieler Züchner immer Aufschluß über das Vereinsleben gaben. Am
1. August 1905 erschien die erste Nummer, das "Nachrichtenblatt des FC
Alemannia". 120 Mitglieder - Pfeiffer schaffte es, die Mitgliederzahl im Laufe eines
Jahres zu verdreifachen.
"Meister des I. Bezirks" - dieser langerstrebter Titel
wurde Ende der Spielzeit 1907/1908 errungen. Mit diesem Spielbetrieb wuchsen auch die
Ausgaben. Die Folge war: Der Beitrag wurde auf 1,40 Mark erhöht. Von Dieser
Beitragszahlung wurden dreißig Pfennig für die Reisekasse und zehn Pfennig für die
Vereinszeitung abgeführt. Der Erfolg rechtfertigte die Mittel: In dem entscheidenden
Spiel am 16.2.1908 gegen den Kölner F.C. 99 wurde mit 5:1 ein glänzender Sieg erfochten.
Ein Sieg, der den ersten Platz in der Staffel vor den Kölnern bedeutete. Geleitet wurde
das Spiel von dem Bonner Schiedsrichter Dr. Haase. Haase äußerte sich: "Die
Alemannia - das ist ein Verein, der zielbewußt nach oben strebt, und der sicherlich mit
an der Spitze derer steht, auf die Westdeutschland stolz sein kann."
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"Dritter Klasse" reisten die Alemannen zu den
Auswärtsspielen in Köln und Mönchengladbach. Nach kurzem Aufenthalt auf dem Gelände
des neuen Siegler Platzes (1907-1908) brachte der erste Vorsitzende Kurt Pfeiffer das
Kunststück fertig, die Platzfrage für alle Zukunft zu lösen. Im Frühjahr 1908 wurde
von der Stadt der Platz Neu-Tivoli angeboten. Pfeiffer griff kurz entschlossen zu: für
360 Mark jährliche Platzmiete - ein selbst für damalige Verhältnisse hoher Zins. Ein
nächster Meilenstein in der Geschichte des Vereins war der Herbst 1914, der Ausbruch des
1. Weltkriegs. Die Reihen der aktiven Spieler wurden rapide dezimiert. Vier der elf
Stammspieler kehrten aus den Schlachten des Krieges nicht mehr in die Reihen der Alemannia
zurück.Es dauerte eine geraume Zeit, ehe sich aus verwundeten und jugendlichen Urlaubern
eine neue Mannschaft formen ließ. In diesen Kriegszeiten folgte einer der sportlichen
Höhepunkte. 1916 schlug die Alemannia den Meister des Ruhrgebietes, Germania, mit 3:0.
Der Verein wurde von W.Hundts geleitet, ehe Malangre diese Ämter nach der Einberufung
Hundts verwaltete.
Bild 1: Oster Ausflug nach Kassel: Alemannias
Fußballmannschaft zu Gast beim Turnier von Hessen Kassel. Man schaute damals ziemlich
grimmig in die Kamera. Die Sportberichterstattung steckte in den Kinderschuhen.
Foto(Archiv)
Bild 2: Mit Hacke und Schaufel bei der Arbeit:
Die Sportkameraden halfen in den Zwanziger Jahren kräftig mit, den Tivoli zu einem
bespielbaren Sportplatz auszubauen. Foto(Archiv)
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