
"Selbstbewusstsein kann
man nicht verordnen" -
Sabine Buchholz
bringt Kickerinnen nach vorn
Von Jirka Grahl
Nach ihrer eigenen
Rechnung ist Sabine Buchholz schon zwei Jahre zu lange
Trainerin der
Fußballfrauen des Treptower Sportvereins 1949: «Normalerweise
kann man eine
Mannschaft nur fünf Jahre lang voranbringen. Bis dahin nutzt sich
alles ab. Du kannst die Truppe danach nicht mehr so gut motivieren, kannst
ihnen nicht mehr viel beibringen.»
Seit 1994 coacht
die Köpenickerin die TSV-Damen. Macht insgesamt sieben
Jahre. Doch
entgegen ihrer Hypothese bleibt ihr der Erfolg treu. Als Sabine
Buchholz bei
Treptow anfing, war die Frauen-Mannschaft Letzter der Bezirksliga.«Gleich
im ersten Jahr schafften wir mit einer fantastischen Rückrunde den
Aufstieg», erinnert sie sich. In der Landesliga platzierte sich der
TSV drei Spielzeiten lang im oberen Tabellendrittel, um dann Meisterschaft
und Aufstieg zu schaffen. Diesen Erfolg wertet die Trainerin als Beweis
ihrer Fünf-Jahres-Theorie: «Zu dieser Zeit hatten wir auch den
besten Fußball gespielt.»
Seit 1999 kicken
die Treptowerinnen in der höchsten Berliner Spielklasse, der Verbandsliga,
wurden in der Premierensaison Vierter und «bester
Verbandsliga-Aufsteiger
seit 1981», wie Sabine Buchholz stolz hinzufügt. Vorige Spielzeit
konnte das Team den vierten Platz wiederholen.
In der aktuellen Tabelle konnten sich die schlecht gestarteten Treptowerinnen am vergangenen Wochenende vom achten auf den sechsten Platz verbessern.Aufsteiger 1. FC Marzahn wurde mit 5:0 abgefertigt. «Ein Befreiungsschlag für uns», kommentierte die erfahrene Fußball-Lehrerin. «Selbstbewusstsein kann man nicht mit der Pille verordnen.»
Das weiß
sie aus eigener Erfahrung. Sie lief von 1978 bis 1982 für die BSG
KWO aus Köpenick
auf, spielte Verteidigerin, bevor eine Knieverletzung ihre
aktive Laufbahn
beendete. Bald darauf begann sie bei KWO als
Nachwuchstrainerin
und führte die Köpenicker Knirpse zu Siegen bei der
«Kreisspartakiade».
1987 stellte sie den Fußball hinten an und konzentrierte
sich auf die
berufliche Zukunft. Erst 1994, sie war mittlerweile Rechtspflegerin beim
Amtsgericht Köpenick geworden, kam sie zurück zum Fußball.
Eine Freundin bat sie, doch mal beim Treptower SV vorbei zu schauen. Der
Beginn einer wundervollen Freundschaft zwischen Team und Trainerin.
Sabine Buchholz
will noch eine Weile weitermachen: «Solange die Stimmung
im Team gut
ist und wir einen ordentlichen Kader zusammen haben, bin ich
dabei.»
Am meisten Spaß machen ihr taktische Finessen: «Gegen einen
Favoriten taktisch
clever zu agieren und am Ende zu gewinnen, das liebe ich.»
Dank Jana Selent
gelang dem TSV nach frühem 0:3-Rückstand ein Remis -zufrieden
konnte man damit aber nicht sein. Treptow war nach der Pause die klar bessere
Mannschaft, wusste aber die Überlegenheit nicht in Tore umzuwandeln.
Ergebnis:
3:3
"TSV-Kickerinnen landeten Kantersieg"
Ein torreicher
Start in die neue Verbandsligasaison glückte den Fußballerinnen
des Treptower Sportvereins 49 (TSV49) am vergangenen Sonnabend: Mit einem
6:0 (2:0) über den Aufsteiger Borussia Pankow gelang den Spielerinnen
von Trainerin Sabine Buchholz ein fabelhafter Auftaktsieg.Trotz des Kantersieges
ihrer Kickerinnen lobte Treptows
Trainerin die
Spielweise der Gäste aus Pankow: «Dieses junge Team hat eine
Zukunft. Pankow spielt einen technisch guten Fußball. Aber bei diesen
17- und 18-Jährigen hapert es einfach noch zu oft vorm gegnerischen
Strafraum.»
Ganz im Gegensatz
zur TSV-Elf. Bereits in der 2. Minute konnten die Treptowerinnen den ersten
Treffer der noch jungen Saison bejubeln: Jana Selent traf aus gut 20 Metern
mit einem platzierten Fernschuss unter die Latte zum 1:0. «Ein optimaler
Start», freute sich Sabine Buchholz. Bereits in der 19. Minute
klingelte es erneut im Pankower Gehäuse.Nach einer Ecke von Anne Strandsby
bugsierte Neuzugang Andrea Prüstinger den Ball per Oberschenkel über
die Linie.
Das 2:0 weckte
die Pankowerinnen auf, die sich nun auf ihre Stärken besannen und
begannen, im Mittelfeld zu kombinieren. Bis 20 Meter vors Treptower Gehäuse
klappte das ordentlich. Weiter kamen die Borussinnen jedoch nicht, denn
Treptow verteidigte clever und sicher. Bis zur Pause erspielten sich beide
Teams Chancen, keiner nutzte sie jedoch.
Nach dem Seitenwechsel
verflachte das Spiel, ehe erneut Andrea Prüstinger traf: In der 74.
Minute überwand sie die Pankower Torfrau mit einem Heber zum 3:0.
Die Vorentscheidung war gefallen. Nun schalteten die enttäuschten
Pankowerinnen einen Gang zurück und Treptow erhöhte fast im Minutentakt
durch Jana Selent (84.Minute), Kathleen Birkner (88.) und Luise Wagner
(89.) zum Endstand von 6:0. gra
Die derzeit vom Verletzungspech gebeutelten
Treptower hatten dem Team von der Niederheide nichts entgegenzusetzen.
Mit gutem Flügel- und Konterspiel war Hohen Neuendorf klar überlegen.
Zwei Lattentreffer, vier Pfostenschüsse, einige Glanztaten von TSV-Torfrau
Anne Strandsby - Treptow ist mit vier Treffern gut weggekommen.
Berliner Morgenpost, Lokalanzeiger Süd, 1. Mai 2001
Durch 4:0 Sieg im Lokalderby holten Union-Damen den Meisterschaftstitel
Von Matthias Koch
Die Frauen des 1. FC Union haben es geschafft: Durch einen 4:0-Sieg im Südostgipfel gegen den Treptower SV 49(TSV) sicherten sich die Schützlinge von Kathrin Nicklas bereits zwei Spieltage vor Schluss die Meisterschaft in der Berliner Verbandsliga. Insgesamt fiel der Sieg vielleicht ein, zwei Tore zu hoch aus. Von spielentscheidender Bedeutung war vermutlich der kuriose Führungstreffer der Wuhlheiderinnen.
Nach einer Verletzung der Treptowerin Carola Biemelt warteten die Gäste eigentlich auf eine Spielunterbrechung.Doch der Angriff Unions ging weiter und schien bereits verpufft, als TSV-Spielerin Anja Geburtig die Kugel aus unerfindlichen Gründen auffing. Dieses Elfmetergeschenk ließ sich Susanne Gärtner beim 1:0 in der 19. Spielminute nicht entgegen. Da Treptow durch Kathleen Birkner, Jana Selent und Mercedes Giles-Gomez seine Ausgleichschancen nicht nutzte, blieb es bis zur Pause beim knappen Resultat.
Nach dem Wechsel spielten die 49iger weiterhin gut mit, die Tore markierte jedoch Spitzenreiter Union. Marlies Müller verwandelte so eine Vorlage von Jeanette Schmitter zum 2:0 (56.). In der 83. und 84. Minute staubten Jennifer Waldow und Kati Kobelt jeweils die Schüsse von Katharina Stassen ab.
Während die Hausdamen den Titel feierten, hing beim TSV der Haussegen ein wenig schief. Gäste-Trainerin SabineBuchholz bemängelte die schwache Schlussphase ihrer Mannschaft. Einige Spielerinnen hätten sich in diesen Minuten bereits aufgegeben. Frau Buchholz bedauerte es, dass man das 0:0 nicht länger halten konnte. In den letzten beiden Meisterschaftsrunden wollen beide Teams aber weiterhin punkten. Union möchte es bei den vier bislang abgegebenen Zählern belassen, der Treptower SV 49 schielt weiter nach Rang drei.
«Favoritenkegeln» beim Frauenfußball
- Helgoland und Union Südost blamierten sich
In der Frauenfußball-Verbandsliga
trafen am Wochenende der TSV
Helgoland und der Treptower SV
im Volkspark Mariendorf aufeinander. Mit 1:4
(0:1) unterlagen die «Helgoländerinnen»
deutlich und liegen nun punktgleich
mit 31 Zählern auf dem fünften
Tabellenplatz direkt hinter den Treptowern.
Es war wohl nicht der Tag der Helgoland-Frauen,
denn sie verkauften sich
weit unter Wert. Unkonzentriert und
geradezu ängstlich agierte der
amtierende Berliner Meister. Das nutzten
die Gäste vom Rodelbergweg zu dem
hochverdienten Sieg über
die sich quasi kampflos ergebenden Gastgeberinnen.
Vorsitzender Hans-Joachim Gärtner
hatte keine Erklärung für diesen Einbruch
«seiner» Damen. Die Truppe
um Trainer Marc Wunsch und Co-Trainerin Gabi
Lettke war vor der Partie noch in
Hochstimmung und sicher, noch in den
Titelkampf eingreifen zu können.
Dieser Traum dürfte mit einer Distanz von
zwölf Zählern auf den bärenstarken
Tabellenführer 1.FC Union nun
ausgeträumt sein, der durch seine
Bezirkskolleginnen vom TSV so unerwartet
Schützenhilfe bekommen
hat.ping
Pokal im Eimer - Kickerinnen über Entscheidungen der Hallenmasters-Turnierleitung empört
Von Dieter
Sirozynski
«Dass
der Treptower SV eine Spielerin zu viel einsetzte, entspricht nicht den
Tatsachen», so die Reaktion der Teamleitung auf mehrere Berichte
zum
Frauenfußball-Hallenmasters
in Fach- und Tagespresse. Anlass für den Protest war eine angebliche
Regelwidrigkeit beim Halbfinale der Treptowerinnen gegen den TSV Helgoland,
weshalb das Spiel 2:0 für die «Helgoländerinnen»
gewertet wurde und diese damit im Endspiel waren. Die angeblich zu viel
eingesetzte
Spielerin wurde
auf der Reservebank eingewechselt.
Was sich sinnlos
anhört, ist so im Regelwerk der Arbeitsgemeinschaft Frauenfußball
niedergelegt. Gemeldet werden dürfen zwölf Spielerinnen. Zehn
davon werden direkt eingesetzt. Fünf jagen dem Ball nach, die anderen
warten auf der Bank auf ihre Einwechslung. Die restlichen zwei Spielerinnen
bilden die Reserve. Bei Ausfällen können sie in das «Zehnerteam»
als Ersatz nachrücken. Und der Treptower SV habe laut Turnierleitung
während der Partie gegen Helgoland, die eigentlich schon von Treptow
3:0 gewonnen war, eine verletzte Torhüterin gegen eine Reservistin
ausgetauscht. Eigentlich kein Problem. Unterlassen wurde angeblich nur
die rechtzeitige Meldung. «Dass diese `Streichung` (der Verletzten,
die Red.) der Turnierleitung vor Spielbeginn anzuzeigen ist, ist weder
schriftlich geregelt, noch wurden die Trainer mündlich davon in
Kenntnis gesetzt», reklamieren die Treptowerinnen. Sehr sportlich
reagierten die «Helgoländerinnen», die Treptow im Endspiel
den Vortritt lassen wollten.
Das lehnte die
Turnierleitung aber ab. Die Treptowerinnen waren am Ende so
wütend,
dass sie ihren Pokal für den vierten Platz wegwarfen und die
Entscheidung
notfalls beim Berliner Fußball Verband (BFV) anfechten wollen.
BFV-Frauen-Staffelleiterin
Silvia
Abendroth: «Das Hallenmasters ist eine
Privatveranstaltung
der AG Frauenfußball. Das BFV-Sportgericht ist hier
nicht zuständig.»
TSV im Aufwärtstrend - Die Kickerinnen des Treptower SV wollen höher
Nach ihrem guten
Auftakt in die Rückrunde der Fußball-Verbandsliga der Frauen
hoffen die Spielerinnen um Trainerin Sabine Buchholz auf eine Fortsetzung.
Morgen müssen
sie auswärts bei Borussia 1920 in Friedrichsfelde antreten.
Um 14 Uhr wird das Punktspiel auf dem dortigen Sportplatz an der Zachertstraße
angepfiffen.
Die Konkurrenten aus Lichtenberg nehmen den zehnten Rang in der Meisterschaftstabelle
ein und haben natürlich nicht vor, das Feld den
Treptowerinnen
kampflos zu überlassen. Die Kickerinnen aus dem Südosten
dagegen sind
bestrebt, ihren guten fünften Platz zu sichern. Immerhin liegt
nur einen Punkt
hinter ihnen der Berliner SV 92 auf der Lauer. Bei einem
Punktverlust
in Friedrichsfelde könnten die Verfolgerinnen vorbeiziehen,
zumal der BSV
beim Tabellenvorletzten BSC Agrispor relativ leichtes Spiel
haben dürfte
und sich kaum eine Blöße geben wird. Auch Adler Lichtenrade
ist nur einen Zähler hinter den Frauen aus Treptow. Sie treffen beim
SC
Siemensstadt
auf den Drittletzten. Also auch die Südberliner hoffen auf
einen Fehltritt
des Treptower SV. Aber diese fahren selbstbewusst nach
Friedrichsfelde.
Immerhin hat sich das Spiel des ganzen Teams stabilisiert.
Die Deckung
der Treptowerinnen hat nur 17 Gegentreffer auf dem Minuskonto.
Nur im Angriff
sind Reserven noch nicht genutzt. Die Chancenauswertung ist
oft noch mangelhaft
bei den Damen vom Rodelbergweg. Alte Übel hatte sich
auch am vergangenen
Wochenende gegen den Tabellenletzten 1. FC Traber
gezeigt. Statt
lediglich drei hätten durchaus sieben Tore fallen können. Für
morgen hofft die Trainerin, dass die verletzt ausgeschiedene Claudia Fischer
einsatzbereit ist. ob
Berliner Morgenpost, Lokalanzeiger Südost 05.02.2001
Heimsieg für Treptower
Fußballerinnen
In der Verbandsliga
der Frauen kam der Treptower SV 49 (TSV) im Meisterschaftsspiel gegen den
Tabellenelften 1. Traber FC erwartungsgemäß zu einem
3:1-Heimsieg am Rodelbergweg. Die weiblichen Kicker können damit weiterhin
auf eine Position im oberen Drittel spekulieren. Der Erfolg gegen die Kontrahenten
aus Mariendorf hätte jedoch weitaus höher ausfallen müssen.
Die Treptower Trainerin Sabine Buchholz zählte allein in der ersten
Halbzeit «23 große Tormöglichkeiten». Dennoch
stand es zur Pause gerade einmal 1:0. Nach einem Eckball von Anne Strandsby
verwandelte Corinna Dumke in der 23. Minute schulmäßig per Kopf.
Nach dem Seitenwechsel verlängerte eine Gästespielerin eine erneute
Strandsby-Ecke unglücklich zum 2:0 für die Hausherrinnen (51.).
Es wurde noch einmal spannend, als der TSV in der 67. Minute großes
Pech hatte: Eine Attacke von Claudia Fischer bewertete der Unparteiische
als Foul im Strafraum. Den folgenden Elfmeter nutzten die Gäste zum
schmeichelhaften Anschlusstreffer. Zu allem Überfluss musste Fischer
nach dieser Aktion verletzungsbedingt ausscheiden. Da nur noch eine
Wechselspielerin zur Verfügung stand, stieg die Torhüterin Daniela
Wendt zur Feldakteurin auf. Als Torfrau fungierte in der Schlussphase die
eingewechselte Anja Zihang. Doch diese Geschehnisse schienen die Buchholz-Schützlinge
nicht weiter zu verunsichern. Schon vier Minuten später stellten sie
den alten Abstand wieder her. Nach einem Pass von Mercedes Giles-Gomez
schlug Angreiferin Corinna Dumke beim 3:1 zum zweiten Mal zu (71.). Deshalb
durfte sich Trainerin Sabine Buchholz trotz der Vielzahl vergebener Tormöglichkeiten
am Ende über einen hochverdienten Arbeitssieg freuen. mko
Südost-Doppelerfolg bei Hallenmeisterschaft
Frauenfußball: Treptower
SV
siegt vor Union
Von Jirka Grahl
Sie schüttelte ungläubig
den Kopf: «Man kann
verlieren, aber man darf sich doch
nicht so abschlachten lassen!» Der
Jahresausklang 2000 war Kathrin Nicklas
gründlich verdorben. Soeben hatte
die Trainerin mit ansehen müssen,
wie ihre Fußballdamen vom 1. FC Union 2:6
im Finale der Berliner Verbandsliga-Hallenmeisterschaft
untergingen. Und das
ausgerechnet gegen den Südost-Ortsrivalen
Treptower SV (TSV). «Das tut mir
vor allen Dingen für die Mädchen
Leid, sie haben so ein tolles Turnier
gespielt», ärgerte sich
die Fußball-Lehrerin. Noch toller hatten allerdings
die Treptowerinnen aufgetrumpft. Zwar
hatten sie im ersten Vorrundenspiel
gegen die Eisernen Damen ein 0:1 hinnehmen
müssen. Dann aber waren die
Schützlinge von Trainerin Sabine
Buchholz nicht mehr zu bremsen: Das 3:0
gegen den BSV 92, und ein 2:0 gegen
den SV Blau-Gelb bedeuteten den Einzug
ins Halbfinale. Dort trafen die Treptowerinnen
auf den starken 1. FC Lübars.
Der ging prompt in der ersten Minute
mit 1:0 in Führung. Treptow war
geschockt und agierte nervös.
Erst ein Feldverweis für die Lübarserin Heike
Klaus brachte den TSV zurück
auf die Siegerstraße. In Überzahl gelangen der
starken Corinna Dumke der Ausgleich,
ehe Luise Wagner kurz vor dem Ertönen
der Schlusssirene der Siegtreffer
gelang (2:1,12. Minute). Union bezwang im
zweiten Halbfinale den TSV Helgoland
aus Tempelhof mit 3:1. So kam es zur
Wiederholung des Vorjahresfinales,
und wie damals hatte der TSV das bessere
Ende für sich: Mit einem Blitzstart
lag Treptow nach nur drei Minuten mit
3:0 in Front, ehe Union auf 3:1 verkürzte.
Dann machte der TSV mit drei
weiteren Treffern den Sack zu. Dabei
sicherte sich Corinna Dumke mit ihrem
siebten Treffer die Torjägerinnen-Krone.
Nach dem Ende feierten die
Treptowerinnen ausgelassen die Titelverteidigung.
Unions Torfrau wurde von den Trainern zur besten Torfrau des Turniers
gewählt. Die Fußballerinnen
aus Südost-Berlin dominierten das Turnier:
Treptow schaffte mit dem Sieg
die Qualifikation zum Berliner Hallen-Masters
Ende Januar, für das Union als
Titelverteidiger bereits qualifiziert war.
Gegner dort sind unter anderem aus
der Regionalliga TeBe und Hertha
Zehlendorf .
In einem spannenden Spiel lagen die Chancen während der ersten Hälfte auf Treptower Seite; allerdings konnte nur Dumnke verwerten. Der Ausgleich in der 35. Minute fiel unglücklich - vorauisgegangen war ein nicht gehandetes Handspiel. Im zweiten Durchgang setzte sich Union dann durch. Zwar fighteten die Treptower bis zum Abpfiff verbissen, Unions Abwehr ließ sich aber nicht mehr überwinden.Tore: 1:0 (7.) Dumke, 1:1 (35.) Wierth, 2:1 (57.) Eigentor, 2:2 (76.) Schmitter, 2:3 (80.) Waldow.
Berliner Morgenpost, Lokalanzeiger Südost, 9.11.2000
Verfrühter Pessimismus
Südost-Derby: Union-Damen stellen am Ende das Spiel auf den Kopf
und schlagen den TSV
3:2
Von Jirka
Grahl
«Das habe
ich gewusst,dass es hier so schlecht für uns läuft», ärgert
sich Kathrin Nicklas,Trainerin der Union-Fußballerinnen, in der 60.
Minute des Verbandsliga-Derbys beim Treptower SV (TSV) . Ihre schlimmsten
Ahnungen scheinen sich zu bewahrheiten. 1:2 liegen ihre Schützlinge
zu jenem Zeitpunkt zurück. Den frühen Führungstreffer des
TSV durch Corinna Dumkes Kopfball in der 7.Minute kann Kathrin Wierth
zehn Minuten vor dem Wechsel ausgleichen. Aber soeben hat Anja Bacinskis
Eigentor
den zweikampfstarken Treptowerinnen die erneut verdiente Führung beschert
(58.). Die Hoffnung der «eisernen» Frau an der Außenlinie
schwindet: Treptow kämpft verbissen um jeden Ball. Der jungen, spielfreudigen
Union-Truppe ist bisher fast gar nichts eingefallen gegen Treptows bärenstarke
Defensive. Die erst 17-jährigen Leistungsträgerinnen Katharina
«Käthe» Stassen und Jennifer Waldow finden einfach keine
undichte Stelle im kompakten TSV-Abwehrriegel. «Das wird heute
nichts mehr», ist sich die pessimistische Kathrin Nicklas sicher.
Zu groß der Druck, den die Hausherrinnen gegen den Tabellenführer
aus Köpenick entwickeln: «Die Treptowerinnen hängen sich
wie erwartet voll rein, geben keinen Zweikampf verloren. Wir sind einfach
körperlich unterlegen», sagt die Fußball-Lehrerin. Mit
einem Remis wäre sie am Ende mehr als zufrieden,verrät sie resigniert.
Aber, als ob sie diese Zweifel gespürt und die Trainerin eines Besseren
belehren wollen, gehen die elf Wuhlheiderinnen auf dem Feld plötzlich
viel engagierter zur Sache. Zeitgleich mit den eingeschalteten Flutlichtmasten
agieren die Unionerinnen mit viel mehr Durchblick, und wie der Platz erhellt
sich auch die Miene der Trainerin.
Hier ist also
doch noch was drin. Katharina Stassen setzt das erste
Achtungszeichen.
Ihr Schuss aus 16 Metern verfehlt das Tor der TSV-Torfrau
Anne Strandsby
jedoch knapp. Treptows Kickerinnen halten weiter dagegen,
handeln jedoch
überhastet und planlos, wenn sie in die Nähe des
Union-Strafraumes
kommen. In der 76. Minute geschieht dann, womit Köpenicks
Trainerin nicht
mehr gerechnet hat: Die ansonsten fehlerfreie «letzte Frau»
des Treptower
SV, Libero Anja Geburtig, vertändelt völlig unnötig den
Ball
am eigenen Strafraum.
Unions Jeanette Schmitter schnappt sich das Leder und
lässt Anne
Strandsby im TSV-Tor keine Chance. Der umjubelte Ausgleich in
einer Partie,
in der die Emotionen sehr schnell hoch kochen. Und es soll
noch dicker
für Treptow kommen: Nach einem Eckball gelingt Jennifer Waldow
mit einem Fallrückzieher
auch noch das siegbringende Tor (81.) Die letzten
energischen
TSV-Angriffe bringen nichts mehr ein. Union feiert beim
Schlusspfiff.
Treptows Frauen sind den Tränen nah. Und Kathrin Nicklas um
die Erfahrung
reicher, dass man sich nicht nur nicht zu früh freuen, sondern
sich auch nicht
zu früh ärgern darf."